Moin,
Dresden empfängt mich mit Regen. Das macht nix, ich mag es gern. Trotzdem muss ich sagen, dass Kiel da einen kleinen Bonus bei mir hat. Gestern Nachmittag war es dort unheimlich sonnig und der Himmel strahlte blau. Es war der Hammer. Aber nicht nur das!
Die Hin- und Rückfahrt im EC waren wie immer nichts anderes als – stressig. Und eng war es auch wieder. Ich frage mich echt, wie die Bahn es schafft, solch kleine Abteile zu bauen, wo man nicht mal normal gegenüber sitzen kann, ohne dauernd zu füßeln. Naja. Die Koffer kriegt man auch nicht alle in die Ablagen und … naja, DJs complaining.

Am Kieler Bahnhof wurde ich gleich von Marc alias Marce Click abgeholt, der das Festival Lost In Time veranstaltet. Das Lost in Time ist ein Indoor-Festival auf 4 Floors (Schwarzer Riese, Roter Blitz, Lila Pause und der Eingangsbereich mit der Zeitmaschine) in der Pumpe in Kiel. Die Pumpe ist nicht nur ein Veranstaltungsort für solche Partys, sondern ein richtiger eingetragener Verein (so ähnlich wie das Kassablanca in Jena), wo Kino, Poetry Slams, Konzerte usw. stattfinden.
Während um mich herum schon alle eifrig herumwuselten und mit dem (sehr liebevoll und detailliert durchdachten) Aufbau beschäftigt waren, lernte ich Philipp alias NoKreatr kennen. Er hatte am Tag vorher schon bei der ENDVR-Nacht im Luna aufgelegt und wirkte etwas “angeschlagen” – da war er aber nicht der einzige – anscheinend war diese Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen und auch dementsprechend feierintensiv
aber das ist ja gut! Nach 6 Stunden Zugfahrt und gefühlten 4 Stunden Schlaf die Nacht vorher war ich auch nicht die fitteste Person. Ach ja, was ich sagen wollte: Philipp ist nicht nur nett, sondern auch musikalisch (sonst wäre er ja nicht der Hauptact bei ENDVR gewesen) – hier gibt es mehr Mucke von ihm: https://soundcloud.com/nokreatr
Dann brachten wir erstmal meine Sachen in mein Übernachtungsdomizil. Habe in der WG eines netten Kieler Jungen geschlafen, der auch am Festival beteiligt war. Alles fein, sehr nette Mitbewohner und auch gern bereit, eine 2. Decke beizusteuern, wenn es zu kalt wird (Kälte war natürlich auch da oben ein Thema – und ich bin eh ne Frostbeule).
Es gab noch ein paar Pommes – zu viel wollte ich aber nicht essen, denn ich wusste, dass es danach noch ins Kitty Rock Belly Full gehen würde, “der tollste Burgerladen Kiels mit super vegetarischem und veganen Angebot” – da wollte ich mir noch ein wenig Platz im Bauch lassen. Und schon klingelte das Telefon und Daniela vom Fördeflüsterer (Kieler Stadtmagazin, auch liebevoll “FöFlü” genannt) war dran. Sie und ihr Freund standen vor dem Haus und holten uns ab (Philipp habe ich gleich mitgenommen, er kam aus Berlin und war sozusagen auch fern der Heimat – und er sah aus, als könnte er einige Burger vertragen, hihi). Ab ging es also zu Kitty Rock Belly Full, ein Freund von den beiden kam noch mit. Und ich muss sagen, es war sehr lecker – absoluter Tipp, wenn ihr mal in Kiel seid und auf etwas anderes als Meeresgetier Appetit habt.
Anschließend (ich muss aufpassen, dass ich nicht jeden Satz mit “Dann” anfange, schmunzel) fuhren wir zu diversen Kneipen, um noch was zu trinken, jedoch war es überall voll, sodass wir dann doch lieber zurück zur Pumpe fuhren, um nicht zu spät zum Auftritt zu kommen, denn ich sollte ja 0 Uhr hinter den Plattentellern abrocken. Nach einer kleinen Muntermacher-Mate im Backstage ging es dann auch schon an den Soundcheck und pünktlich um 0 Uhr spielte ich ein kleines, aber feines Set auf dem Roten Blitz
Obwohl es ein Warm Up war (ich wollte nicht so spät spielen, weil Schlaf und so, ich Weichei – außerdem ist Warm Up auch cool, man hat immer das Gefühl, etwas geleistet zu haben *g*), tanzten die Leute relativ schnell und waren auch alllgemein musikalisch sehr offen, sodass es sehr spaßig war. Als dann der Kollege übernahm, war also schon richtig gut Stimmung – die Anlage war auch ordentlich.
Nachdem ich Unik noch ein wenig zuhörte (was ich gehört habe, war auf jeden Fall sehr gut), verkrümelte ich mich erstmal auf den (wirklich) großen Floor, der ebenfalls sehr liebevoll dekoriert war. Wow, war der Sound gut. Und so viele Leute feierten und waren happy.
Dann ging es noch einmal zum Eingangsbereich, der total schön dekoriert war. Es gab sogar eine Wodkarutsche (nichts für mich, trotzdem originell *g*). Außerdem waren extra Skulpturen zur Deko angefertigt worden und es gab einen Stand mit lecker Essen. Die Leute waren alle gut drauf und voller Glitzer.

Ich tingelte dann immer zwischen den Floors hin und her, traf ab und zu ein paar Leute, die ich inzwischen kennengelernt hatte und schaute auch mal ein Stück bei Philipp vorbei, der im Chillout-Bereich spielte. Gegen 5 merkte ich jedoch, dass meine Kräfte schwanden, da ich am Tag vorher nicht wirklich viel geschlafen hatte (ca. 4 Stunden) und die Zugfahrt samt Stress dann noch ihr übriges tat. Marc bestellte mir ein Taxi und es ging ab ins WG-Zimmer. Von den vielen Eindrücken überwältigt konnte ich zunächst gar nicht schlafen, aber nachdem ich mit einem 2. Paar Strümpfen und einer weiteren Decke vom Mitbewohner versorgt wurde, ging es dann doch und ich schlief wie ein Baby.
Um 13 Uhr verließ ich schließlich die WG – nachdem ich noch ein wenig mit der Afterhour-Gesellschaft abhing, die gerade erst die Wohnung betreteten hatte (Lost in Time war an diesem Tag mehr als ein Motto *g*). Daniela und Alex holten mich ab und wir machten einen kleinen Ausflug ans Wasser – das wurde auch höchste Zeit, da das Wetter traumhaft war. Es war wirklich supertoll und ich möchte nochmal vielen Dank an die beiden sagen für die kleine Führung (bereits meine 2. durch Kiel und an der Förde entlang). Ich muss sagen, dass es mir total gut in Kiel gefällt, besonders am Wasser.

14.44 fuhr dann leider schon mein Zug nach Dresden, was jedoch sein musste, da ich so schon erst 21 Uhr ankam und dann doch irgendwann in meine Wohnung samt Bett wollte (es ist eben doch ein Stück Weg von der Fast-Ostsee bis nach Sachsen). Wieder war der EC voll, jedoch nicht so voll wie auf der Hinfahrt. Nach einer langen Fahrt durch brandenburgische Käffer und eine lange, lange Dunkelheit (Smartphone hat durchgehalten, yay!) kam ich im kalten, nieseligen Dresden an. Ein warmes Sub, ein warmer Tee und ab ins Bett – mehr war dann nicht mehr rauszuholen
Alles in allem muss ich sagen, dass ich Kiel immer mehr mag, weil es mich immer wieder überrascht. Trotz der nicht offensichtlichen Schönheit (Kiel hat nicht wirklich eine Altstadt, weil diese im Krieg zerstört wurde – wie bei vielen Städten im Norden dominieren hier Backsteinbauten) gibt es viel zu entdecken, und damit meine ich nicht nur den Hafen! In Kiel gibt es eine sehr familiäre Musikszene, die sich über mehrere Clubs verteilt und sich gegenseitigt unterstützt. Die 2 Mal, die ich dort war und gespielt habe, waren sehr schön und – insofern sie mich wiederhaben wollen *g* – war das auch nicht das letzte Mal!
Die lange Fahrt und der Stress haben sich also voll gelohnt, wie ihr auch hier sehen könnt:

Kiel ist also eine Reise wert – nicht nur zur Kieler Woche
Mehr Bilder gibt es übrigens unter [Pictures - Music] !